Andreas Ludwig als Lysander und Nela Jules als Hermia

Das Stück

»Ein Sommernachtstraum« (»A Midsummer Night’s Dream«) ist eine Komödie von William Shakespeare, die zwischen 1595 und 1598 uraufgeführt wurde. Im Mittelpunkt dieses Verwirrspiels um die Liebe stehen die jungen Männer Demetrius und Lysander sowie die Frauen Hermia und Helena. Das Stück spielt in den Tagen vor dem Maifeiertag. Shakespeare greift den Volksglauben seiner Zeit auf, der mit der Walpurgisnacht einen besonderen Zauber verband. In einer fantastischen Traumwelt beeinflussen der Elfenkönig Oberon und dessen Dienerin Puck die Geschicke der Menschen. Orte der Handlung sind Athen und die umliegenden Wälder.


Die Nacht zum Maifeiertag steht bevor. Theseus, Herzog von Athen, bereitet sich auf seine Hochzeit mit der Amazonen-Königin Hippolyta vor. Unterdessen liegt im Wald vor der Stadt der Elfenkönig Oberon im Zwist mit seiner Frau Titania. Um sie gefügig zu machen, will er sie mit einem Liebesbann belegen. Dafür wird der Saft einer bestimmten Blume einem Schlafenden auf die Lider geträufelt. Beim Erwachen verliebt dieser sich in das erste Wesen, das seine Augen erblicken.

Hans Lagers als Theseus und Ortrun Obermann-Slupetzky als Hippolyta

Zur selben Zeit sind zwei weitere Paare im Wald unterwegs: Hermia und Lysander fliehen vor Hermias Vater Egeus, der die beiden auseinander bringen will. Hermias eigentlicher Verlobter Demetrius verfolgt seinen Nebenbuhler Lysander. Dabei wird Demetrius von der verliebten Helena bedrängt, die um seine Gunst fleht.

Oberon will Helena helfen und beauftragt seine Dienerin Puck, Demetrius mithilfe der Zauberblume in Helena verliebt zu machen. Fälschlicherweise wendet Puck den Zauber zunächst bei Lysander, dann, um ihren Fehler wiedergutzumachen, bei Demetrius an. Die zuvor verschmähte Helena wird fortan von zwei Männern begehrt, während Hermia allein bleibt. Unterdessen ist die Elfenkönigin Titania dem Tischler Zettel verfallen, dessen Kopf Puck in den eines Esels verwandelt hatte.

Katharina Hauer als Zettel

Als Demetrius und Lysander sich wegen Helena duellieren wollen, greift Oberon ein. Er wendet das Zaubermittel erneut an und löst die Verwirrungen auf, die er und Puck zuvor gestiftet haben. Hermia und Lysander werden wieder ein Paar. Theseus nötigt Egeus, diese Verbindung zu akzeptieren. Demetrius wendet sich Helena in Liebe zu und eine dreifache Hochzeit findet statt. Bei der Hochzeitsfeier führen Athener Handwerker die Tragödie von »Pyramos und Thisbe« auf. Die Vorstellung der unfreiwillig komischen Laienschauspieler gerät zur Komödie.

Inzwischen hat Oberon auch Titania von ihrer Vernarrtheit in Zettel erlöst und das Elfenpaar ist versöhnt. Singend und tanzend geben die Elfen in der Nacht den drei frisch vermählten Paaren ihren Segen.


Das Happyend dieser unbeschwerten Komödie steht von Beginn an fest. Dafür sorgen die Sprache und der heitere Tonfall der Dialoge ebenso wie die Dramaturgie des Stücks. Für die vier Handlungsstränge (Hochzeit des Herzogs; Liebesverwirrungen am Hofe; Intrigen in der Elfenwelt; Stück im Stück) hat die Shakespeare-Forschung unterschiedliche Quellen ausgemacht. Hervorzuheben sind Ovids »Metamorphosen«, auf die »Pyramus und Thisbe« zurückgeht.

Marcus Marschalek als Squenz, Gernot Maxa als Flaut und Katharina Hauer als Zettel

Shakespeares »Sommernachtstraum« wurde seit seiner Entstehung unzählige Male auf den Theaterbühnen gespielt. Im deutschsprachigen Raum gilt die Inszenierung von Max Reinhardt als legendär. Auch bei der erfolgreichen Hollywoodverfilmung von 1935 führte Reinhardt Regie. Der Film erhielt zwei Oskars. Von der Vielzahl gelungener musikalischer Adaptionen des Stücks seien hier vor allem Benjamin Brittens gleichnamige Oper von 1960 sowie die bekannte Bühnenmusik von Felix Mendelssohn Bartholdy genannt, die erstmals 1843 mit dem von August Wilhelm Schlegel übersetzten Text gespielt wurde.


Die Übersetzung

In der Aufführung vor dem Rodauner Kirchenplatz spielen wir nach der Übersetzung von Frank Günther. Er ist der Erste , der als Einzelner bis auf einen Teil der Sonette das Gesamtwerk (u.a. 37 dramatische Stücke) ins Deutsche übersetzt hat, in insgesamt mehr als 40 Jahren.

Als Herausgeber und Kommentator leistete er zudem Beiträge zur Shakespeare-Forschung. Zum 450. Geburtstag »seines Dichters« legte er erstmals als Autor ein umfangreiches Werk unter dem Titel ›Unser Shakespeare‹ vor. Anlässlich des Gedenktags erschien auch seine kleine Sammlung ›Shakespeares Wortschätze‹, die zu einem besonders originellen Spaziergang durch Shakespeare Werke einlädt.

Sophie Nawara als Helena

Im Jahr 2011 verlieh ihm die deutsche Akademie für Sprache und Dichtung den Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung. Zur Begründung hieß es: „Das über Jahrzehnte gehaltene Niveau seiner Übertragungen aus den unterschiedlichen Gattungen und Schaffensphasen des Dramatikers ist ebenso bewundernswert wie sein sprachlicher Einfallsreichtum. Günthers Übertragungen sind eine lustvolle Polyphonie der Stile, die sich immer als lebendige Neuentdeckung Shakespeares für unsere Zeit verstehen. Was Günther vor allem auszeichnet, ist die seltene Verbindung von philologischer, theaterpraktischer und kritischer Kompetenz.“

Im Oktober 2020 verstarb Frank Günther im Alter von 73 Jahren.

Dem Regisseur und Übersetzer Frank Günther verdanken wir die mittlerweile meistgespielte moderne Bühnenvorlage im deutschen Sprachraum: Klassikervermittlung nicht als blasser Ahnenkult, sondern als wortgewaltige Neubelebung für Auge, Ohr und Hirn. Gerade dadurch, dass Frank Günther dem heutigen Leser den Reichtum an Sprachnuancen, Tonlagen und Anspielungen der englischen Vorlage mit heutigen Mitteln nahebringt, ist »sein« Shakespeare ein ganz besonders originalgetreuer authentischer. Oder, wie es die Neue Zürcher Zeitung so schön formuliert hat: »Shakespeare for our time«. (Quelle: Inhaltsangabe.de)

Christina Kohlross als Puck

Aufführungsrechte bei HARTMANN & STAUFFACHER GmbH Verlag für Bühne, Film, Funk und Fernsehen, Köln.